Wenn Humboldt heute twittern würde
Er liebte prägnante Sätze und Pointen. Er bezog Stellung gegen Sklaverei, Kolonialismus und Umweltzerstörung. Wie würde sich Humboldt heute äußern? Seine Zitate in neuem Licht.

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„Ideen können nur nützen, wenn sie in vielen Köpfen lebendig werden.“
Humboldt an Ludwig Bullmann, Cumaná (Venezuela), 13. Oktober 1799

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„Das Goldsuchen ist eine europäische Krankheit, welche an Raserei grenzt.“
Reisetagebuch, Aufenthalt in Honda (Kolumbien), 18.– 22. Juni 1801

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„Es ist nicht genug zu klagen, sondern man muss arbeiten, den Klagen abzuhelfen.“
Humboldt an Wilhelm Gabriel Wegener, Berlin, 3. Juni 1788

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„Das Klima der Kontinente [hängt ab von den Veränderungen], welche der Mensch [...] durch die Entwicklung großer Dampf- und Gasmassen an den Mittelpunkten der Industrie hervorbringt.“
„Central-Asien. Untersuchungen über die Gebirgsketten und die vergleichende Klimatologie“, 1844

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„Den Indios geht es wie den Afrikanern: Werden sie nicht gerade totgeschlagen, heißt es, es gehe ihnen gut.“
Reisetagebuch, Lima (Peru), 23. Oktober - 24. Dezember 1802

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„Wahrheit an sich ist kostbar, kostbarer aber noch die Fertigkeit, sie zu finden.“
An Georg Christoph Lichtenberg, Hamburg, 3. Oktober 1790

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„Sich darüber zu streiten, welche Nation die Schwarzen mit mehr Humanität behandelt, heißt, sich über das Wort Humanität lustig zu machen und fragen, ob es angenehmer ist, sich den Bauch aufschlitzen zu lassen oder geschunden zu werden.“
Reisetagebuch, Guayaquil (Ecuador), 4. Januar–17. Februar 1803

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„Der Augenblick, wo man zum ersten Mal von Europa scheidet, hat etwas Ergreifendes. Wenn man sich auch noch so bestimmt vergegenwärtigt, wie stark der Verkehr zwischen den beiden Welten ist, wie leicht man bei den großen Fortschritten der Schifffahrt über den Atlantik gelangt, der, verglichen mit dem Pazifik, ein nicht sehr breiter Meeresarm ist, das Gefühl, das man zum ersten Mal eine weite Reise antritt, hat immer etwas tief Bewegendes.“
Äquinoktial-Gegenden, 1814

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„Ich hasse in den Tod die Menschen, die immer abmessen und abwiegen, ob es wohl zuträglich sei, diesen oder jenen ihrer Freundschaft zu würdigen.“
An Wilhelm Gabriel Wegener, Berlin, 24. Februar 1789

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„Welche Farben der Vögel, der Fische, selbst der Krebse (himmelblau und gelb!). Wie die Narren laufen wir bis jetzt umher; in den ersten drei Tagen können wir nichts bestimmen, da man immer wieder einen Gegenstand wegwirft, um einen anderen zu ergreifen. Bonpland versichert, dass er von Sinnen kommen werde, wenn die Wunder nicht bald aufhören. Ich fühle es, dass ich hier glücklich sein werde und dass diese Eindrücke mich auch künftig noch erheitern werden.“
An Wilhelm von Humboldt, Cumasa (Venezuela), 16. Juli 1799

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„Je größer die Kolonien sind, je konsequenter die europäischen Regierungen in ihrer politischen Bosheit sind, umso stärker muss sich die Unmoral der Kolonien vermehren.“
Reisetagebuch, Guayaquil (Ecuador), 4. Januar - 17. Februar 1803

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„Das Glück des Weißen ist aufs Innigste mit der kupferfarbenen Rasse verbunden. Es wird in beiden Amerikas überhaupt kein dauerndes Glück geben, als bis diese, durch lange Unterdrückung zwar gedemütigte, aber nicht erniedrigste, Rasse alle Vorteile teilt, welche aus den Fortschritten der Zivilisation und der Vervollkommnung der gesellschaftlichen Ordnung hervorgehen.“
Neu-Spanien, Band 5, erstmals 1811 auf Französisch erschienen

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„Die Idee der Kolonie selbst ist eine unmoralische, diese Idee eines Landes, das einem anderen zu Abgaben verpflichtet ist, eines Landes, in dem man nur zu einem bestimmten Grad an Wohlstand gelangen soll, in welchem der Gewerbefleiß, die Aufklärung sich nur zu einem bestimmten Punkt ausbreiten dürfen.“
Reisetagebuch, Guayaquil (Ecuador), 4. Januar–17. Februar 1803

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„Fällt man die Bäume, welche Gipfel und Abhänge der Gebirge bedecken, so schafft man in allen Klimazonen kommenden Geschlechtern ein zweifaches Ungemach: Mangel an Brennholz und Wasser. Die Bäume sind vermöge des Wesens ihrer Transpiration und der Ausstrahlung ihrer Blätter gegen einen wolkenlosen Himmel fortwährend mit einer kühlen, dunstigen Lufthülle umgeben; …“
Äquinoktial-Gegenden, 1820

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„Es ist schwierig für einen Europäer, in diesen Breiten ein anständiger Mensch zu bleiben, wo die Straflosigkeit bis in den Klerus hinein herrscht, dass ich Gott täglich bitte, mich nicht hier sterben zu lassen, denn ohne Zweifel werde ich verdammt sein.“
Reisetagebuch, Guayaquil (Ecuador), 4. Januar–17. Februar 1803
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